Interessanterweise handeln die meisten Mails, die ich bekommen habe, nicht von den hier veröffentlichten Themen sondern von Fast Food. Nun gut, das Thema scheint so wichtig zu sein, dass ich mich nochmals dazu äußern sollte:
Ja, ich habe mich geweigert, gegen einen Fast Food - Laden in Metzingen zu stimmen. Und auch die Lage in der Innenstadt finde ich (einigermaßen) in Ordnung. Warum ich das getan habe? Lassen sie mich besser erklären, was ich von den Gegenargumenten halte:
Eines der Argumente war: „So etwas wollen wir in Metzingen nicht und wir brauchen es auch nicht!“ Nun, ich brauche – und will – auch nicht fünf oder mehr Schuhgeschäfte, aber kann ich sie deshalb verbieten? Ich persönlich glaube, dass es auf Dauer nicht möglich ist, mit solchen Argumenten einen Laden zu verhindern. Deshalb will ich lieber dafür sorgen, dass er so gebaut wird, wie ich es für verträglich halte.
Es ist nicht Aufgabe der Stadt, den Kindern richtige Essgewohnheiten beizubringen, indem wir einfach alles "Schlechte" verbieten - das können wir auch nicht. In der Innenstadt kann man auch eine Currywurst beim Metzger bekommen - billiger als ein Burger-Menü, aber gesünder? Jedenfalls habe ich dazu noch keine Kritik gehört, obwohl die Currywurst in ungefähr der gleichen Entfernung von der Seyboldschule angeboten wird wie zukünftig die Burger. Fast Food an sich ist ja nicht schlecht oder böse, man sollte es nur nicht jeden Tag essen...
Überhaupt zur Nähe der Schule: Ein Argument war: Es geht doch niemand mehr in die Mensa, wenn er in der Nähe Fast Food bekommt. Warum nicht einfach Essensmarken für die Mensa verkaufen? Dann hat jedes Kind die Wahl: Mittagessen (umsonst) in der Mensa oder Fast Food (mindestens 5 Euro pro Tag - der ungefähre Preis für ein Menü). Und wenn ein Kind mehr als 25 Euro pro Woche von seinem Taschengeld ausgeben kann, um dort zu essen, dann bekommt es schlicht und einfach zu viel Geld. Ich jedenfalls könnte es mir nicht leisten.
Zur Lage: Ja, es wird mitten in der Innenstadt gebaut. Aber dafür klein, und in einer Gestaltung, die durchaus ins Bild passt. Einen Laden im Industriegebiet hätten wir sicher nicht so klein halten können. Dort wäre es bestimmt in Standardgröße und –stil, inklusive großen Parkplatz und 15 Meter hoher Leuchtreklame zur Straße hin gebaut worden. Wäre das besser? Und falls sich die Jugendlichen am Fast-Food-Laden sammeln sollten, wie manche befürchten, dann habe ich sie lieber in der Innenstadt als auf dem großen Parkplatz im Industriegebiet.
Und noch ein paar Sätze an die "Fast-Food-Gegner" im Gemeinderat: Manche Argumentation war einfach unsinnig. Ein Beispiel: Eine Dame aus den Reihen der Grünen erklärte in der letzten Abstimmung zu diesem Thema, sie wolle nicht gegen das Restaurant, sondern nur gegen den geplanten Drive-In stimmen. Begründet wurde es unter anderem damit, dass wir immer mehr Probleme mit übergewichtigen Kindern und Jugendlichen haben, die nicht mehr wissen, wie man sich richtig ernährt.
Sagen sie mir, wenn ich falsch liege aber:
- Eine Tiefkühlpizza aus dem Kaufland ist genauso gesund oder ungesund, egal ob ich sie mit dem Auto oder mit dem Fahrrad nach Hause bringe, oder?
- Wenn ich im Drive-In einkaufe oder das Auto vor dem Laden parke, esse ich dann nicht das gleiche?
- Ein Drive-In ist für Autos, nicht für Fahrräder gedacht. Interessiert die Kinder und Jugendlichen der Drive-In überhaupt, wenn man erst mit 18 einen Führerschein bekommen kann?
Ich habe meine Meinung nun dargestellt.... Ich freue mich auf ihre Kommentare.
Steffen Uebele.
Mittwoch, 17. Oktober 2007
Fast Food ist böse!
Eingestellt von
Steffen Uebele
um
Mittwoch, Oktober 17, 2007
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)
2 Kommentare:
Ich persönlich halte ja auch nicht viel von Fast Food, sondern koche für mein Leben gern. Anstatt gegen Fast Food zu wettern, sollte man aber etwas dagegen tun. Versteh mich nicht falsch, ich meine damit nicht einen wütenden Mob mit Fackeln und Mistgabeln.
Nein, es sollte schon in der Schule zu einem vitalen Geschmackssinn erzogen werden, denn viele jungen Leute können sich heute nicht einmal mehr ein Spiegelei selbst braten und glauben dank nicht ausgeprägtem Geschmackssinn tatsächlich, dass diese Burger lecker sind.
Naja, aber es ist nicht Sache des Gemeinderats, sondern des Kultusminister in Stuttgart, so etwas zu initiieren. Sache des Gemeinderats kann es aber auch nicht sein, Geschäfte in Metzingen zu verbieten. Soll der Geschmack bzw. die Werbung entscheiden. ;)
Meine Meinung - obwohl ich ca. alle 8 bis 10 Wochen doch mal einen Burger holen muss, das gebe ich zu. Das liegt aber eher daran, dass es zu manchen Uhrzeiten einfach keine Alternativen gibt.
Ansonsten bevorzuge ich auch das "gesunde" Fast-Food: Meine eigenen Hamburger, und gegen die kann wohl niemand was sagen...
Und "Kochkurse gegen schlechten Geschmack" wäre doch auch mal eine nette Kampagne.
Kommentar veröffentlichen